Muskeln und umgebendes Gewebe im Blick
„Myofaszial“ bezieht sich auf Muskeln und die sie umgebenden Faszien, also Bindegewebsstrukturen. Bei einem myofaszialen Schmerzsyndrom können druckempfindliche Bereiche in der Muskulatur auftreten, die als Triggerpunkte bezeichnet werden. Schmerzen können direkt an diesen Stellen oder in anderen Körperregionen spürbar sein.
Nicht jede Muskelverspannung ist ein myofasziales Schmerzsyndrom. Die Beschwerden können anderen Erkrankungen ähneln. Deshalb ist eine sorgfältige Untersuchung wichtig, bevor Schmerzen einer bestimmten Struktur zugeschrieben werden.
Behandlung nach dem Befund
Zu den physiotherapeutischen Möglichkeiten zählen angeleitete Bewegung, Dehnübungen und manuelle Behandlungstechniken. Welche Maßnahmen passen, hängt von den Beschwerden und den Untersuchungsergebnissen ab. Manchmal müssen verschiedene Ansätze ausprobiert werden, um eine hilfreiche Behandlung zu finden.
Auch die deutsche S2k-Leitlinie „Spezifischer Kreuzschmerz“ berücksichtigt myofasziale Funktionsstörungen. Für entsprechende Befunde im unteren Rücken beschreibt sie manuelle Verfahren innerhalb einer kombinierten Behandlung und nennt ergänzendes Koordinations- und Stabilisationstraining als mögliche Bestandteile.
Beschwerden im Zusammenhang betrachten
Eine Behandlung kann deshalb über die einzelne druckempfindliche Stelle hinausgehen. Bewegung und der Umgang mit Belastung gehören ebenso in die Betrachtung wie die schmerzhaften Bereiche selbst. Bei anhaltenden Beschwerden ist außerdem wichtig, andere mögliche Ursachen abzuklären.
Die Empfehlungen für myofasziale Befunde bei Kreuzschmerzen lassen sich nicht auf jede Körperregion und jede als „Faszientherapie“ bezeichnete Methode übertragen. Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, ergibt sich aus dem konkreten Befund.